Der Markt Offingen stellt Weichen für eine nachhaltige und zukunftssichere Energie- und Wärmeversorgung. Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung (KWP) entwickeln wir eine langfristige Strategie, um schrittweise auf erneuerbare Energien umzustellen und allen Bürgerinnen, Bürgern sowie Ansässigen im Markt Planungssicherheit für künftige Investitionen zu bieten.
Die Kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Orientierungshilfe und Fachplanung. Sie dient dazu, die lokalen Gegebenheiten systematisch zu erfassen, Einsparpotenziale aufzuzeigen und zukunftsfähige Versorgungsoptionen zu identifizieren.
Orientierung & Transparenz:Die Analyse zeigt, welche Bereiche sich für leitungsgebundene Versorgungsnetze (Wärmenetze) oder dezentrale Lösungen (wie z. B. Wärmepumpen) eignen.
Keine unmittelbare Pflicht für Eigentümer: Der Wärmeplan stellt eine strategische Grundlage dar und entfaltet keine direkte rechtliche Bindung oder Anschlusspflicht für private Haushalte.
Partner der Erstellung: Die Planung wird in Zusammenarbeit mit der Lechwerke AG (LEW) und der INEV GmbH durchgeführt.
Ergebnisse der Bestandsanalyse für Offingen
Im Rahmen der Bestandsanalyse wurde die aktuelle Wärme- und Energiestruktur des Marktes Offingen erfasst:
Gesamter Endenergieverbrauch 157.522 MWh/a
Wärme
73,9 %
Verkehr
14,4 %
Strom
11,7 %
Verteilung des Wärmeverbrauchs nach Sektoren
Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und Industrie
66,8 %
Private Haushalte
32,4 %
Kommunale Einrichtungen
0,8 %
Heutige Energieträger im Wärmebereich
Erdgas
73,0 %
Heizöl
17,8 %
Biomasse
5,1 %
Umweltwärme
1,7 %
Flüssiggas
1,5 %
Anteil erneuerbarer Energien
Der Anteil erneuerbarer Energien liegt im Wärmebereich aktuell bei 7,3 %. Im Strombereich deckt die erneuerbare Erzeugung in Offingen bereits 66,4 % des Bedarfs ab (Bundesdurchschnitt: 52,9 %).
Potentiale erneuerbarer Energien & Einsparungen
Die Potenzialanalyse hebt verschiedene lokale Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Wärmequellen hervor:
Gewässerwärme (Großes Potenzial): Nutzung der anliegenden Fließgewässer – die Donau bietet ein technisch nutzbares Potenzial von ca. 204.904 MWh/a, die Mindel ca. 15.650 MWh/a.
Oberflächennahe Geothermie: Der Großteil der Siedlungsbereiche eignet sich gut für Erdwärmekollektoren (EWK).
Luft-Wärmepumpen: Rund 40 % der Gebäude im Marktgebiet eignen sich sehr gut für die Beheizung mittels Luft-Wasser-Wärmepumpen.
Photovoltaik & Solarthermie:
Zubaupotenzial durch PV auf Dachflächen (bei 40 % Belegung): 17.056 MWh/a (Deckung von ca. 93 % des Strombedarfs).
Geeignete Freiflächen-PV bietet ein zusätzliches Zubaupotenzial von 132.697 MWh/a.
Energetische Sanierung: Bei einer kontinuierlichen Sanierungsrate von 1,5 % (ca. 21 Wohngebäude pro Jahr) lässt sich der Wärmebedarf bis 2045 um 23,4 % reduzieren.
Nächste Schritte
Vertiefte Eignungsprüfung für Wärmenetze: Detaillierte Betrachtung potenziell geeigneter Gebiete für leitungsgebundene Wärmeversorgung im Gemeindegebiet.
Ausarbeitung des Zielszenarios: Festlegung der optimalen Versorgungsstruktur für 2045.
Erstellung des Maßnahmenkatalogs: Entwicklung konkreter Schritte und Empfehlungen für Markt, Gewerbe und Bürgerschaft.
Kontakt & Ansprechpartner
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