Wie lange es das Offinger Jahrgangstreffen schon gibt, weiß eigentlich keiner mehr so genau. 50 Jahre sind es bestimmt, vielleicht auch schon 60 Jahre oder mehr. Wegen Corona wäre die schöne Tradition fast einmal eingeschlafen. Spontan hatte Kulturreferentin Sabine Nemetz damals die Organisation übernommen und sie werde das auch weiterhin tun. Wenn es sein müsse, die nächsten hundert Jahre, hatte sie damals scherzend versichert.
Am 18. Oktober fand es wieder statt und mehr als 70 Jubilare ab einem runden Geburtstag von 50 Jahren aufwärts waren gekommen. Die weiteste Anreise hatte eine Jubilarin, die heute in der knapp 500 Kilometer entfernten französischen Gemeinde Andelot-Blancheville lebt. Das Schöne sei, sich nach vielen Jahren wiederzusehen und gemeinsam an die früheren Zeiten zurückzudenken, waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Was haben die einzelnen Jahrgänge erlebt und geleistet? Beim Festgottesdienst an dem Kirchweihsonntag in der vollgefüllten Pfarrkirche St. Georg blickte Pfarrer Thomas Schmid auf die jeweiligen Jahrzehnte und die damit verbundenen Ereignisse zurück und bezog sich gleichzeitig auf die Gegenwart mit den heutigen Herausforderungen. Zweiter Bürgermeister Florian Haupeltshofer, in Vertretung von Bürgermeister Thomas Wörz, griff in seinem anschließenden Grußwort das Motto des Jahrgangstreffens auf: „Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden,“ ein Zitat des Schriftstellers Franz Kafka. Älter zu werden bedeute nicht nur, auf vergangene Jahre zurückzublicken, sondern auch, unabhängig von Lebensalter und Generation, offen für Neues zu bleiben und die schönen Dinge bewusst wahrzunehmen.
Die Festrede bei der Schnuttenbacher Heubodenbühne hielt Gregor Weißhaupt, Jahrgang 1956, gebürtiger Offinger und trotz späteren Wegzugs mit dem Markt immer verbunden geblieben: „Alter bedeutet nicht Stillstand. Bewahrt Eure Neugier und bleibt Offingen mit Eurer Erfahrung, Euren Geschichten und Eurer Verbundenheit noch lange erhalten.“ Offingen sei nicht nur ein Wohnort, sondern ein Ort, der die Menschen geprägt habe. Das Jahrgangstreffen zeige, wie wertvoll diese Gemeinschaft sei.
Das diesjährige Offinger Jahrgangstreffen war mit Sicherheit nicht das letzte. Man sehe es an dem Zuspruch, den es erneut erfahren habe, betonte Festausschussvorsitzender Bertram Stenzel. „Das ist ein Zeichen, dass diese Tradition unbedingt weitergeführt werden muss.“