Leben um zu lernen, lernen um zu leben.

Wie mit den 38. Offinger Filmtagen und dem 80-jährigen Bestehen der Volkshochschule Günzburg zwei langjährige Geschichten zusammentreffen.

Seit 38 Jahren gibt es die Offinger Filmtage – sie sind im Markt so etwas wie eine Tradition und Teil des kulturellen Lebens. Sie geht zurück bis in das Jahr 1989, in eine Zeit, in der viele Kinos mit den Besucherzahlen zu kämpfen hatten. Auch die Donau-Lichtspiele. Den Anstoß gab Offingens damaliger Bürgermeister Alois Brunhuber: Mit den Offinger Filmtagen sollten die Menschen wieder für das Kino begeistert werden. Bis heute wird das Event gemeinsam von der Volkshochschule (VHS) Günzburg mit ihrer Außenstelle Offingen, dem Markt und den Donau-Lichtspielen veranstaltet.

Das Schöne daran sei die langjährige Zusammenarbeit, womit in Offingen Kultur und Begegnung ermöglicht werde, betonte Bürgermeister Thomas Wörz bei der Eröffnung der 38. Offinger Filmtage. Seit 80 Jahren setze sich die VHS Günzburg für Erwachsenenbildung ein. Die Filmtage stünden in diesem Jahr im Zeichen des Jubiläums und widmeten sich dem Thema „lebenslanges Lernen“. Somit könne das Motto „Leben um zu lernen, lernen um zu leben“ nicht besser passen. Der Markt Offingen sei auch stolz auf das Kino: Ohne die Familie Albrecht, die es mit Leidenschaft, Energie und Weitblick führe und auch in schwierigen Zeiten daran festgehalten habe, gäbe es keine Offinger Filmtage. 19mal habe diese sein Vorgänger Alois Brunhuber eröffnet, 19mal inzwischen er selbst.

Auch die VHS lebe von den Menschen, schloss sich geschäftsführender Vorstand Christa Baumeister an. Erwachsenenbildung nehme eine Sonderrolle ein, die VHS sei bei der Wahl ihrer methodischen und didaktischen Mittel weitaus freier als andere Bildungseinrichtungen. Somit sei es kein Widerspruch, zum Lernen auch in ein Kino zu gehen. Sie wünsche bei den Offinger Filmtagen Erkenntnis, Offenheit und Freude an den vier gezeigten Filmen.

Die Auswahl hatte wie schon seit vielen Jahren Nathalie Charlet getroffen – nicht einfach irgendwelche Filme, sondern solche, die das Thema Lernen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten und dazu anregen, sich damit auseinanderzusetzen. In dem Eröffnungsfilm „Man lernt nie aus“ wurde über ein Aufeinandertreffen von Generationen gesellschaftliches Miteinander über Altersgrenzen hinweg möglich. Der Film „Louise und die Schule der Freiheit“ stellte Bildung nicht nur als ein Privileg für Wohlhabende dar, sondern auch als Schlüssel aus der Armut. In dem preisgekrönten Kinder- und Jugendfilm „Sieger sein“ erlangten ein syrisches Mädchen und Kinder, bisher ohne jegliche Chance in der Gesellschaft, durch Gemeinschaft und Sport Teilhabe. In dem vierten Film, „Der progressive Nostalgiker“, wurde ein französisches Ehepaar aus den 50er Jahren in die Gegenwart katapultiert, gleichzeitig wurden Rollenbilder aufgebrochen. „Wir wollen über alle sozialen Grenzen hinweg durch Bildung und mit Wertschätzung zu persönlicher Weiterentwicklung und gesellschaftlicher Teilhabe beitragen“ betonte Nathalie Charlet. All das sei seit 80 Jahren Ziel der VHS. Gerade in diesen und sehr schwierigen Zeiten zweifelten manche Menschen deren Werte und deren Arbeit an. Das gebe zusätzlichen Ansporn und man dürfe weiterhin mit der VHS rechnen.

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